Krüger Nationalpark

Für viele Touristen ist der Krüger National Park das Reiseziel per se. und bestätigt dies mit seinem hohen internationalen Bekanntheitsgrad. Seine Artenvielfalt und Größe lockt jährlich bis zu einer Million Besucher an weshalb nachhaltiger Tourismus hier ganz groß geschrieben wird.
Geschichte
Der Präsident der ehemaligen Südafrikanischen Republik Paul Kruger (Stephanus Johannes Paulus Kruger 1825 – 1904) gründete das Sabie Game Reserve bereits 1898 zur Sicherung der Natur und der Tierwelt, welche durch Wilderei und Jagden stark dezimiert worden war. Im Jahre 1926 erhielt das Reservat den Status eines Naturparks und seinen nach Paul Kruger gewählten Namen. Erst im Jahre 1961 begann man an der Westseite und 1975 an der gesamten Ostseite mit der Einzäunung des Parkgeländes. Hierbei wurde versucht die Tierwanderungen einzugrenzen, welche während der Trockenzeit in die Regionen westlich des Parks zogen. Heute befinden sich an der Westgrenze des Parks viele Privatareale, welche die Umzäunungen wieder abbauten und den Tieren damit ihre natürliche Wanderbewegung ermöglichten. Im Osten grenzt der Park an den Limpopo Nationalpark in Mosambik. 2002 wurde aus beiden Nationalparks der gemeinsame Great Limpopo Transfrontier Park geschaffen. Durch den Abbau der Grenzzäune sollte einerseits der Tierbestand auf der Seite Mosambiks erhöht und andererseits der überstrapazierten Natur auf Südafrikas Seite durch einen zu dichten Tierbestand ein wenig Entlastung verschafft werden.
Geographie und Klima
Der Krüger Nationalpark befindet sich im Nordosten des Landes und erstreckt sich vom Crocodile River im Süden bis zum Limpopo-Grenzfluss im Norden. Die Nord-Süd Ausdehnung beträgt 350 km und die Ost-West-Ausdehnung ca. 55 km. Die Gesamtfläche liegt somit bei ca. 20.000 km² – was ungefähr der Fläche von Rheinland-Pfalz entspricht.
Der höchste Punkt des Parks liegt bei 823 Meter ü. NN im Südwesten, der niedrigste bei 183 Meter ü. NN im Osten. Zahlreiche Gebirgsketten, wie das Lembobo-Gebirge im Osten oder die Ausläufer der Soutpansberg-Kette im Norden, verlaufen durch den Park und beherbergen einige Tierarten, die in den restlichen Parkarealen nicht anzutreffen sind.
Die zahlreichen Flüsse, die durch den Park in östlicher Richtung verlaufen, tragen während der Dürrezeiten der Trockenperiode entweder kein oder nur wenig Wasser. Diese können während der Regenzeit (November-April) jedoch stark ansteigen und auch über die Ufer treten. Die bekanntesten Flüsse sind der Shingwedzi, Letaba, Olifants und Sabie. Neben den natürlichen Wasserressourcen wurden innerhalb des Parks auch künstliche Wasserstellen eingerichtet.
Das Klima in der Parkgegend ist im Sommer heiß und feucht, im Winter warm und trocken. Die meisten Niederschläge fallen während der Regenzeit zwischen den Monaten November bis März. Obwohl es in den Winternächten recht kalt werden kann, fällt die Temperatur sehr selten unter den Gefrierpunkt.
Flora und Fauna
Der Krüger Nationalpark beheimatet auf seinem Gesamtareal eine enorme und unvergleichliche Artenvielfalt von Flora und Fauna. Dazu zählen 336 Baumarten, 49 Fischarten, 34 Amphibien- und 114 Reptilienarten, 507 Vogelarten und 147 Säugetier-Arten. Darunter auch die berühmten „Big Five“ – Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard.
Touren und Camps
Für Safaris und Touren innerhalb des Parks gibt es eine große Anzahl unterschiedlicher Routenangebote. Neben dem gewöhnlichen Wegenetz werden auch individuelle Wanderrouten, sogenannte Wilderness Trails, Nachttouren oder der erste ökologische Autowanderweg Lembobo angeboten. Für die Übernachtung stehen jeweils unterschiedliche Camps – vom klassischen Campingplatz bis zur luxuriösen Lodge – zur Verfügung.
Beste Reisezeit
Der Krüger Nationalpark ist das ganze Jahr über eine Reise wert. Im südafrikanischen Winter von Juni bis September ist es sehr mild und trocken. Von Mitte Oktober bis Ende Januar setzt dann die für Pflanzen und Tiere lebenswichtige Regenzeit ein. Während der Sommermonate (Dezember bis März) kann es dann bei hoher Luftfeuchtigkeit sehr heiß werden. Während dieser Zeit und noch bis etwa Mai besteht infolgedessen auch ein erhöhtes Malariarisiko. Die beste Reisezeit ist daher von Juli bis zum Beginn der Regenzeit Mitte Oktober, denn dann ist das Klima für Europäer am angenehmsten und die Vegetation spärlich, so dass man die Tiere leicht beobachten kann.
Wer einen Besuch des Nationalparks während der südafrikanischen Schulferien oder an einem Wochenende plant, sollte dies lange im Voraus buchen. Die große Popularität des Nationalparks in dieser Zeit hat nicht nur zur Folge, dass mehr Gäste als sonst innerhalb des Parks unterwegs sind, sondern auch, dass die Unterkünfte teurer sind. Für Tagesbesucher gilt zudem ein striktes Limit und so kann es in der Hauptsaison passieren, dass man bereits morgens am Gate abgewiesen wird. Wenn das Limit für Tagesbesucher überschritten ist, werden nur noch Besucher mit einer festen Buchungsbestätigung für eine Übernachtung in einem der Camps eingelassen.
Anreise
Die meisten Besucher kommen mit dem Auto oder Reisebus und reisen über das Paul Kruger Gate nahe dem Hauptcamp Skukuza ein. Während der etwa 500 Kilometer langen Anfahrt von Johannesburg aus können interessante Abstecher nach Pilgrims Rest, zum Blyde River Canyon und zur Panoramaroute gemacht werden. Von Johannesburg und von anderen südafrikanischen Städten gibt es auch fast täglich Flüge nach Skukuza, Phalaborwa oder Nelspruit.
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